Fabio Geda: Ein Sonntag mit Elena

In den Turiner Skaterpark setzt sich eines Sonntagnachmittags ein Mann. Er ist älter und einsam. Die Sonne scheint, ein leichter Wind weht.Heute Morgen hat er begonnen, Rezepte aus dem Familienkochbuch zum ersten Mal in seinem Leben zu kochen. Nachzukochen. Zum Essen kam allerdings heute Mittag nicht wie erwartet seine Tochter Sonia mit ihrem Mann und seinen beiden Enkelinnen. Auch nicht seine anderen beiden Kinder. Niemand kam. Hier im Park trifft er auf eine Frau - Elena - und Gaston, ihren skatebegeisterten Sohn. Es ist wohl eine Weile her, seitdem er sich getraut hat, mit jemand Unbekanntem zu sprechen. Er lädt Elena und Gaston schließlich zum Mittagessen ein. Sie stoßen die Fenster in der ab- und liebgewohnten Wohnung auf, ganz zart und stürmisch zugleich. Wie ist es nochmal, wenn man jemanden im Vorschuss vertraut, um ihn kennenzulernen? Auch wir Lesende sind eingeladen, uns in die Wohnung am Lungo Po Antonelli einzufühlen. In ein volles Leben und fremde Erinnerungen zu spüren, Schmerzen nachzuempfinden oder auch eine Erklärung dafür zu lesen, die anregt, nicht zu vergessen und nicht zu verzeihen, aber die Zeichen der Zeit zu erkennen und in Milde zueinanderzukommen. Manchmal legen Bänkelsänger am Ende einer Geschichte die Handflächen auf den Boden und sagen: Hier lasse ich meine Geschichte, damit andere sie mitnehmen können. (S. Ladusch)

Geda, Fabio
hanserblau
ISBN/EAN: 9783446267954
20,00 € (inkl. MwSt.)